Doc Sol

Doc Sol ist unser Superheld im Hintergrund. Als absoluter Experte für Selbstklebe­anwendungen beantwortet er Fragen zu Trägerpapieren und deren optimalen Einsatz. Falls auch Sie eine Frage haben, dann senden Sie diese einfach per E-Mail an Doc Sol.


Wodurch ist es möglich, dass Sappi Sol Papiere einen wesentlich geringeren Silikonverbrauch besitzen?

Die Ölaufnahme und die Ölpenetration sowie die Mikroporosität der clay-gestrichenen Oberfläche ist entscheidend. Die Pigmentierung des Clay-Striches basiert auf dem Einsatz hexagonaler Kaolinplättchen, die eine sehr gute gleichmäßige Abdeckung der Streichrohpapieroberfläche gewährleisten und beim Blade-Streichverfahren bereits eine günstige Oberflächenglätte ausbilden. Der hochwertige Clay-Strich der Sappi Sol-Sorten wird zur Sicherstellung geringer Ölaufnahme und Ölpenetration mit für die Papierindustrie außergewöhnlich hohem Anteil an Strichbindemittel gefahren.

Diese besitzt ein niedriges Pigment/Bindemittel-Verhältnis. Kunden bestätigen uns einen geringeren Silikonverbrauch von bis zu 25%, wobei gleichzeitig eine sehr homogene Silikonoberfläche erzielt wird. Dies gewährleistet eine exzellente Qualität der abgezogenen Selbstklebefolien. Der reduzierte Silikonverbrauch führt zu deutlichen Kosteneinsparungen und wirkt sich zudem positiv auf die Ökobilanz aus.

Wie wird die außergewöhnliche Oberfläche von Sappi Sol Papieren für die Silikonisierung erzielt?

Die Erzielung der außergewöhnlichen Oberfläche unserer Silikonpapiere beginnt bereits bei der Herstellung des hierfür eingesetzten Basispapieres. Einen wesentlichen Punkt spielt dabei der Einsatz eines Yankee-Zylinders in der Papiermaschine. Denn bei der Fertigung unserer Sappi Sol Sorten dient die im Kontakt zu einer Yankee-Zylinderoberfläche getrocknete einseitig glatte Seite des Streichrohpapiers als Substrat für die Applikation der wässrigen Streichfarbe. Hier kommt es im Gegensatz zu klassisch getrockneten maschinenglatten Papieren zu keiner signifikanten Anrauung der Papierfaseroberfläche durch Anquellen der Fasern bei Feuchtekontakt.

Vielmehr bleibt eine sogenannte permanente Glätte der gestrichenen Papieroberfläche erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt für die exzellente Oberfläche ist das Bladestreichverfahren. Dabei erhalten alle Sappi Sol Sorten einen Clay-Deckstrich. Sappi, und hier speziell das Werk in Alfeld, besitzt jahrzehntelange Streicherfahrung, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Es ist nämlich ein ganz besondere Herausforderung, solche auf Kaolinpigmenten basierenden, binderreichen Spezialstreichfarben auf das Basispapier bestmöglich aufzutragen. Unsere modernen Papiermaschine 2 mit integrierten Bladestreichwerken besitzt dabei modernste Streichtechnologie und gewährleistet höchste Qualitäten.

Welchen Einfluss hat der Strich auf die Qualität der Sappi Sol Silikonrohpapiere?

Die Qualität der bei unseren Silikonpapier-Sorten aufgebrachten Clay-Striche hat naturgemäß herausragenden Einfluss auf die exzellente Silikonisierbarkeit der Papiere.
Bei der Strichrezeptierung achten wir auf hohe Reinheit der Strichkomponenten, da der Aushärtungsprozess der beim Verarbeiter aufgebrachten Silikone keinesfalls durch Interaktionen zwischen Clay-Strich und Silikon gestört werden darf. Bei allen Strichaufträgen unserer Sappi Sol Sorten achten wir streng auf den ausschließlichen Einsatz silikonverträglicher Einsatzkomponenten. Für die richtige Zusammensetzung der Komponenten bedarf es viel Erfahrung und Anwendungswissen.

Wie wird die Qualität von Sappi Sol Trägerpapieren überprüft?

Für uns hat die Qualität unserer Papiere oberste Priorität. Entsprechend intensiv betreiben wir die Qualitätsüberprüfung unserer Papiere. Dabei sind besonders die online auf den Produktionslinien eingebauten Accuray-Messrahmen wichtig. Mit ihnen erfolgt eine kontinuierliche Überwachung der Papierprofile (Dicke, Feuchte, Flächengewicht) über die einzelnen Prozess-Schritte sowie der Strichgewichte und Aschegehalte.
Zusätzlich wird in unserem Klimalabor mittels einer Prüfstraße jede Produktionscharge einer genauen Prüfung unterzogen. Dabei werden typische physikalische Papiermerkmale wie etwa Dicke, Flächengewicht und Fortreißfestigkeit überprüft. Die umfangreicheren Messungen und deren sofortige Auswertung erfolgt über die gesamte Tambourbreite. Nach jeder Kontrolle einer Jumbo-Rolle wird die entsprechende Produktionscharge mit einem Zertifikat versehen. Parallel erfolgen anwendungsspezifische Tests unserer Sappi Sol Sorten auf ihre Ölaufnahme, Ölpenetration und sogar Laborsilikonierungen verbunden mit Tests der Silikonaushärtung und Silikonverankerung.

Wie gut ist eine PE-Verankerung (Extrusion) auf der Rückseite der Sappi Sol Papiere möglich und für welche Anwendungen ist dies sinnvoll?

Einige Verarbeiterkunden extrudieren Polyethylen (PE) auf die Rückseite von clay-coated Kraft Papieren, um die Flachlage von Laminaten auf Breitbett-Schneideplottern oder auch die Planlage von Laminatformaten bei kritischen Außenbedingungen, z. B. in feuchtwarmen Klima sicherzustellen. Außerdem liegt die Abnutzung von Schneideplottermessern bei einer solchen Hybridlösung mit clay gestrichener Vorderseite erfahrungsgemäß niedriger als im Fall silikonisierter PE-Oberflächen. Dabei ist die Verankerung des aufextrudierten Polyethylens auf der Rückseite des CCK-Papiers wichtig, um beispielsweise einer Blasenbildung bei der Silikonisierung oder Kleberbeschichtung durch ungenügende PE-Haftung auf der Papierrückseite entgegenzuwirken. Vorteile bietet eine Corona-Behandlung vor der PE-Extrusion und eine raue Papierrückseite mit großer Oberfläche für die physikalische Verankerung des extrudierten Kunststoffes. Hierfür hat Sappi spezielle rückseitig ungestrichene Sappi Sol-Sorten entwickelt, die aufgrund hoher Spaltfestigkeit des Papiers für die Schneideplotteranwendung bestens geeignet sind.

Welchen Einfluss hat Feuchtigkeit auf die Sappi Sol Trägerpapiere?

Die Dimensionsstabilität unserer rückseitig mit Feuchtebarriere-Strich ausgerüsteten Sappi Sol Sorten liegt auf sehr gutem Niveau. Erfahrungsgemäß kommt es bei geeigneter Feuchtesteuerung im Laminierprozess bei den gefertigten Verbundfolien/Papier-laminaten nicht zur Ausbildung der gefürchteten Papierwelligkeit. Die Flachlage der Laminatformate erfüllt die Marktansprüche selbst in kritischen Märkten. Der bei diesen Sorten aufgebrachte Rückseitenstrich führt zu einer Verzögerung der Feuchtepenetration. Das ermöglicht eine gleichmäßige Papierrückfeuchtung mit Dampf oder Wasserfilm. Seine Sperrwirkung gegen migrationsfreudige Kontaminanten verhindert Bedruckungsstörungen der Deckfolie und minimiert auch das Problem durch nicht ausgehärtete Silikontröpfchen bei der Topfolienbedruckung. Außerdem vermeidet die beidseitig gestrichene Oberfläche das Auftreten von mechanischen Prägeeffekten (Orange-Peel) auf weiche Druckfolien.

Kann es zu chemischen Wechselwirkungen bei der Silikonisierung kommen?

Durch strenge Auswahl der eingesetzten Pigment- und Bindemitteltypen sowie Cobinder-Typen und geeigneter Ausheizung der Striche bei der Strichtrocknung werden andere unerwünschte chemische Interaktionen zwischen clay-gestrichener Papieroberfläche und den eingesetzten Silikonen vermieden. Wir möchten unseren Kunden, den Verarbeitern, eine schnellstmögliche Silikonaushärtung und eine hohe Konstanz der eingestellten Abzugskräfte beim Ablösen der Selbstklebefolie vom Trägerpapier über die Zeit sicherstellen.

Was ist bei einer geplanten Rückseitenritzung zum besseren Ablösen des Trägerpapiers zu beachten?

Im Fall unserer Sappi Sol Sorten können wir diese crack back-Eigenschaft durch den Füllstoffgehalt und den Einsatz spezieller Zellstoffe im Basispapier unterstützen. Wichtig ist hierbei nach unseren Laboruntersuchungen mit speziellen Rilltestern das Papiervolumen. Außerdem ist in der Praxis auch das Vorkonditionieren des Papiers vor dem eigentlichen Rillprozess wichtig, um ein gutes, mit knackendem Geräusch verbundenes Aufbrechen der Rillung zu gewährleisten.

Bei welchen Anwendungen werden PE gestrichene Papiere eingesetzt und sind CCK Papiere wie Sappi Sol hierfür eine Alternative?

PE gestrichene Papiere besitzen haben einen Vorteil in der Dimensionsstabilität. Sie verhindern damit Flachlageprobleme und die Ausbildung von Feuchteschwielen bei Verbundlaminaten gerade in kritischen Klimazonen. Ein wesentlicher Nachteil der PE gestrichene Papiere ist, dass diese Silikonträgermaterialien nicht für Anwendungen mit hoher Wärmeeinwirkung, wie etwa für die Laserbedruckung von Selbstklebefolien geeignet sind. Aufgrund ihres hohen Kunststoffanteils sind sie außerdem keine wirklich nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkte.

Traditionsgemäß werden PE gestrichene Trägerpapiere in bestimmten Regionen bevorzugt eingesetzt, wobei dies nicht immer notwendig ist. Vielmehr könnten weniger kritische Anwendungen durch dimensionsstabile Clay Coated Kraft Papiere ersetzt werden. Eine genaue Analyse der derzeitigen PE-Anwendung macht auf jedem Fall Sinn, denn Sappi Sol Trägerpapiere können aufgrund der sehr guten Dimensionsstabilität und der geringen Feuchtausdehnung häufig als sehr gute Alternative eingesetzt werden. Dies kann die Kosten senken und zu einem nachhaltigeren sowie umweltfreundlicheren Gesamtprodukt führen

Werden Sappi Sol Release Liner mit FSC und/oder PEFC-Zertifikat angeboten?

Ja, selbstverständlich sind die Sappi Sol Silikon-Basispapiere mit FSC und/oder PEFC-Zertifikat erhältlich. Sappi stellt sich auch hier der Verantwortung nach nachhaltigen Materialien und erneuerbaren Rohstoffen. Das Ziel und die Forderung der Kunden ist es, einen hohen Anteil von nachhaltigen Rohstoffen einzusetzen. So bezieht Sappi seine Zellstoffe grundsätzlich aus zertifizierter Plantagenwirtschaft. Dabei verliert Sappi nie seine langfristige Strategie aus den Augen, fossilbasierte Marktlösungen zu reduzieren bzw. durch erneuerbare Rohstoffe zu ersetzen. Dieser Gedanke der „Nachhaltigkeit“  spiegelt sich auch in dem geringen Silikonverbrauch wider, den Verarbeiter von Silikonrohpapier mit Sappi Sol Sorten bei der Silikonisierung erreichen. Trotz des geringen Silikonverbrauchs wird eine sehr homogene Silikonoberfläche erzielt. Die Reduzierung der Silikonmenge führt zu deutlichen Kosteinsparungen und wirkt sich positiv auf die Ökobilanz aus.